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Erschlaffende Manneskraft – bis vor wenigen Jahren war dies ein Problem, mit dem viele ältere Männer klarkommen mussten. Dann machte das Pharmaunternehmen Pfizer eine bahnbrechende Entdeckung. Bei den Testreihen zu einem Herzmedikament entdeckte man, dass dieses zwar die Herzleiden nicht zufriedenstellend lindert, es aber eine ganz andere Wirkung entfaltete: Sildenafil, besser bekannt als Viagra gab den Männern Ihre Manneskraft zurück. Seitdem boomt der Markt für solche Potzenzmittel. Verschiedenste Präparate sind mittlerweile auf dem Markt. Allerdings bergen diese Medikamente ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Sie können bei manchen Patienten zu Herz-Rhythmus Störungen führen, bei anderen wiederum verursacht es einen lebensbedrohlichen Blutdruckabfall. Deshalb sind die zudem recht teuren Mittel nur nach einer Verschreibung von einem Arzt erhältlich.

Medikamente, die die erektile Dysfunktion – also die Impotenz - behandeln sollen, gibt es mittlerweile eine ganze Reihe. Wirklich neu ist die Forschung nach solchen Präparaten auch nicht. Jedoch hatten die früher bekannten ‚Mittelchen‘, wie zum Beispiel die spanische Fliege, keine medizinisch nachweisbare Wirkung. Heutige Medikamente wurden in klinischen Studien getestet wobei bewiesen wurde, dass sie die Leiden tatsächlich lindern. Dabei gilt, es zwei große Gruppen der Potenzmittel zu unterscheiden. Zum einen gibt es die Initiatoren, jene Medikamente die eine Erektion auslösen, zum anderen gibt es die Konditionierer, jene Medikamente die die Voraussetzungen für eine Erektion schaffen beziehungsweise verbessern. Weitere Behandlungsmöglichkeiten stellen unter anderem chirurgische Eingriffe, hydraulische Penisprothesen oder auch Schwellkörperinjektionen dar.

Im Folgenden sollen die bekanntesten Mittel und deren Vor- und Nachteile jeweils kurz erläutert werden.

Die spanische Fliege ist das älteste bekannte Potenzmittel. Dabei wird ein Pulver, das aus dem gleichnamigen, zermahlenen Käfer besteht konsumiert. Dieses reizt die Harnwege und führt so zu einer Erektion. Schon im 11. Jahrhundert war die Wirkung dieses Mittels bekannt. Allerdings führt es nicht zu einer Steigerung der Lust, sondern lediglich zu einer Versteifung des Gliedes. Es kann dabei zu einer langanhaltenden, schmerzhaften Dauererektion kommen. Das Mittel hat zudem einige weitere unangenehme, teilweise sogar tödliche, Nebenwirkungen: Bei oraler Einnahme kann es zu akutem Nierenversagen kommen, welches zum Tod führen kann. Zudem kann es bei Hautkontakt zu einer Blasenbildung kommen.

Yohimbin ist ein weiteres bekanntes Potenzmittel. Es wird aus der Rinde und den Blättern des Yohimbebaumes hergestellt. Es wirkt indem es die α2-Adrenozeptoren blockiert. Dies führt zu einer Weitung der Blutgefäße die entsprechend mehr Blut aufnehmen können. Auch bei diesem Medikament besteht die Gefahr chronischen Nierenversagens, ausgelöst durch eine Autoimunerkrankung. Des Weiteren kann es zu Panikattacken und Flashbacks kommen. Insbesondere Personen mit Posttraumatischen Belastungsstörungen sind hier in hohem Maß gefährdet.

Heutzutage sind die Phosphodiesterase-5-Hemmer am weitesten verbreitet. Zu diesen zählen Sildenafil, Vardenafil und Tadalafil, besser bekannt unter den Namen Viagra, Levitra und Cialis. Die Phosphodiesterase ist ein im Körper vorhandenen Enzym, welches das ebenfalls im Körper vorhandene, gasförmige Hormon Stickstoffmonoxid abbaut. Wenn man nun dieses Enzym hemmt, tritt im Körper wieder vermehrt Stickstoffmonoxid auf. Dieses entspannt und weitet die Gefäße, sodass die sich bei sexueller Erregung stärker mit Blut füllen können. Sildenafil, also Viagra, war das erste Medikament dieser Art. Levitra und Cialis sind lediglich Weiterentwicklungen davon. Dabei entfaltet Levitra laut einer Studie die stärkste Wirkung. Die Medikamente sollten allerdings auf keinen Fall in Verbindung mit Herzmedikamenten genommen werden, da sie deren Wirkung negativ beeinflussen können.

Bremelanotid gehört zu den Melanocortinrezeptor Agonisten. Anders als die Phosphodiesterase-5-Hemmer wirkt es nicht Durchblutungsfördernd. Es regt viel mehr das tatsächliche sexuelle Verlangen an, indem es Nervenzellen im Gehirn stimuliert. Somit ist es wahrscheinlich das erste echte Aphrodisiakum mit nachgewiesener Wirkung. Ursprünglich war der Stoff zur Erhöhung des Bräunungsfaktors in Sonnencremes gedacht, es stellte sich jedoch die Nebenwirkung ein, dass die Testpersonen erhöhtes sexuelles Verlangen angaben. In 2008 wurde die Entwicklung des Medikaments aus medizinischen Gründen eingestellt.